Tandas erstellen

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Der Einstieg oder „Aufreißer“

Anhand des ersten Stückes weiß der Tänzer in welche Richtung die Tanda geht. Es bietet sich an, dann mit Non-Tango anzufangen, wenn ein klassisches Set abgeschlossen ist, also nach einer Milonga Tanda. Wenn die Tänzer schwitzend die letzte Milonga beenden, ist es besser, mit einem Non-Tango mit mittlerem Tempo zu beginnen, damit die Tänzer wieder durchatmen können.

Zum Zweiten sind wir Menschen Gewohnheitstiere. Wir lieben es einfach, Musik wiederzuerkennen. Auch lässt sich ein Stück, das man kennt, besonders gut tänzerisch umsetzen. Es gibt Selbstsicherheit beim Tanzen, wovon gerade auch die Tanzanfänger profitieren. Deswegen spricht nichts dagegen die Tanda mit einem „Gassenhauer“ (besonders bekannter, oft gepielter Non-Tango) zu beginnen. Auch wenn Du als DJ das Stück vielleicht gefühlt schon hundert mal gehört hast und es nicht so interessant für Dich persönlich ist.

Beispiele für „Aufreißer/ Gassenhauer“ sind:

sowie zum Beispiel:

Tabakiera – Bregovic & Kayah
De Cara A La Pared – Lhasa De Sela
Sentimientos – Andres Linetzky & Ernesto Romeo

Zusammenpassende Stücke

Bei klassischer Tango Musik ist es einfach. Das selbe Orchester, die selbe Aufnahme und man muss sich keine großen Gedanken darüber machen. Beim Non-Tango ist dies schon etwas schwieriger. Ich teile meine Tandas folgendermaßen ein: Natürlich erstmal (Non-) Tango, Vals, Milonga. Dann unterscheide ich Non- und Neotango. Im Non-Tango entscheidet dann der Stil: Eher Folk oder eher Pop. Balkanstücke lasse ich gerne zusammen. Chansons. Die Klangart und Stimmung sollte zueinander passen. Aber: Dadurch, dass Non-Tango-Tandas in der Regel etwas länger sind als die klassischen, kann ein bisschen Abwechslung innerhalb der Tanda auch etwas Positives sein.

Spannungskurve

Mit Non-Tangos lassen sich Geschichten erzählen. Gute Geschichten haben in der Regel eine interessanten Anfang, einen spannenden Hauptteil und ein emotionales Ende. Genauso lässt sich eine gute Tanda aufbauen. Der „Gassenhauer“ weckt das Interesse der Tänzer. Danach ist ein guter Zeitpunkt, ein eher unbekanntes Stück zu spielen, wenn die Tänzer „noch frisch“ in ihrer Aufmerksamkeit sind. Das Tempo darf sich ruhig etwas steigern.

Besonders interessant ist das Ende der Tanda. Nun sind die Tänzer miteinander eingespielt und haben sich in der Umarmung ihres Partners entspannt. Jetzt kann man ein ruhiges, sanftes oder emotionales Musikstück unterhalb des empfohlenen Tempos anfügen. Es sollte nur nicht zu lang sein. Dieses Stück ist wie eine Umarmung. Wenn man jemandem gerade erst begegnet ist, ihn kaum kennt, kann sich eine Umarmung seltsam anfühlen. Wenn man gerade einen schönen Abend miteinander verbracht, geredet und gelacht hat, dann fühlt sich die Umarmung richtig an. Genauso ist es auch mit sanften Non-Tango Stücken, die vielleicht etwas unterhalb des empfohlenen Tempos liegen. Im Abschluss einer Tanda finden sie genau ihren richtigen Platz.